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Projekte

 

 

Forschungsprojekte (Auswahl)

Allgemeine Pädagogik
Prof. Dr. Bernd Fichtner

 

 

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Forschungsprojekte (Auswahl)


    Deutsche Forschungsprojekte
    Deutsch-Brasilianische Forschungsprojekte

Deutsche Forschungsprojekte:

Siegener Modell für Schulpraktische Studien


Mit Kollegen der Fachwissenschaften und Fachdidaktiken habe ich im Zeitraum von 1976-1978 ein Konzept für die Vorbereitung, Durchführung und Auswertung schulpraktischer Studien entwickelt. Ein dazugehöriges Manual wurde als „Handbuch: Schulpraktische Studien“ veröffentlicht.


Projekt: „Ausbildungs- und Berufserfahrungen von Lehrern am Ende der Weimarer Republik, im NS-Faschismus und in der Zeit vor und während der Aufbauphase der Bundesrepublik” (1982-1984) zusammen mit P. Faigel, W. Popp und P. Seibert

Durchführung von 63 Interviews an Hand eines Leitfadens, Verschriftlichung in Textbänden, Aufbau eines für wissenschaftliche Studien zugänglichen Archivs.

Projekt: „System-Bildung durch interdisziplinäre Systembildungen” (1988- 1990)

Das Forschungsprojekt wurde inhaltlich und organisatorisch von W. Walgenbach am IPN in Kiel organisiert und koordiniert. Besonderes Interesse gilt hier der Besonderheit und Wechselwirkung naturwissenschaftlicher, mathematischer und ästhetisch-künstlerischer Wissensformen. Diese Wechselwirkung wurde als Systembildung konzipiert. Ich habe in diesem Projekt die Rolle spezifischer Mittel, besonders von Metaphern in Systembildungsprozessen bearbeitet. An diesem Projekt waren das IDM der Universität Bielefeld (F. Seeger), die Hochschule der Bildenden Künste Braun­schweig (H. Freiberg) und die Akademie Remscheid (R. Oesker) involviert.

Habilitationsprojekt: „Lernen und Lerntätigkeit. Phylogenetische, ontogenetische und epistemologische Studien”

Inwiefern stellt das Paradigma der kulturhistorischen Schule für die Erziehungswissenschaft eine methodologische Ebene darstellen, um Lernen als erziehungswissenschaftlichen Forschungsgegenstand zu entwickeln? In der Methodologie dieses Paradigmas heißt ein Phänomen verstehen, es aus den Notwendigkeiten seiner Gewordenheit zu begreifen. Um dezisionistische und axiomatische Setzungen zu vermeiden, war die ganze Breite der Forschungsergebnisse der Nachbardisziplinen auf zuarbeiten, um Fragen nach der Entstehung des Lernens als naturgeschichtliche Etappe im Kontext der Geschichte des Lebens nachzugehen. Ferner war die spezifische Qualität die organismischen Verhalten durch Lernen erhält, zu bestimmen, um die Grenzen und Möglichkeiten organismischen Lernens beschreiben zu können.

Erst von hier konnte dann der Frage nach dem „Menschlichen am menschlichen Lernen” nachgegangen werden als dem Problem eines diskontinuierlichen Umschlags innerhalb einer kontinuierlichen Entwicklung. Inwieweit menschliche Gesellschaft und ihre Geschichte fundamental für einen erziehungswissenschaftlichen Begriffs des Lernens sind, wurde am Konzept der Aneignung und über den Begriff der Tätigkeit festgemacht. Historische Etappen des Lernens wurde als epistemologischer Zusammenhang der Beziehung von Schule, Lernen und Lerntätigkeit bis zur Gegenwart rekonstruiert.

Damit wurde eine Plattform gewonnen, um nun in einzelnen Projekten, den Zusammenhang von Kultur, Lernen und Entwicklung im Paradigma der Kulturhistorischen Schule wissenschaftlich zu thematisieren (als Habilschrift 1989 abgeschlossen).

Internationales Diesterweg-Symposion der Universität Siegen (November 1990)

Ich habe das Symposium mit der Zielsetzung konzipiert und organisiert, neue Zugänge zu Diesterwegs Leben und Werk zu eröffnen, Vertreter der historischen Bildungsforschung, der Allgemeinen Pädagogik aus Deutschland, sowie Vertreter der Kulturhistorischen Schule aus den USA, der ehemaligen UdSSR und DDR sollten von ihrem Arbeitsansatz aus eine Brücke zu Diesterweg schlagen. Arbeitshypothese war: Diesterweg und sein Werk stehen für den Versuch, die Bildungstheorie mit den gesellschaftlichen Erfordernissen der Gegenwart zu vermitteln, wie sie sich in der Industrialisierung, in Naturwissenschaft und Technik und den politischen Auseinandersetzungen um Öffentlichkeit und Demokratie artikulierten.

Die Ergebnisse habe ich zusammen mit P. Menck in dem Sammelband „Pädagogik der modernen Schule. Adolph Diesterwegs Pädagogik im Zusammenhang von Gesellschaft und Schule” veröffentlicht.

Projekt: „Kategoriengenese von Erziehung und Bildung als Sozialgeschichte” (1992-1994)

In einem sozialwissenschaftlichen Ansatz zur Begriffsgeschichte wurde versucht, eine neue Perspektive zur Kategoriengenese von „Erziehung” und „Bildung” zu entwickeln. Sie versucht zu zeigen, daß „Bildung” und „Erziehung” sich in der Sozialgeschichte der Europäischen Moderne relativ unabhängig als autonome Handlungs- und Bedeutungszusammenhänge entwickelt haben. Erst dadurch, daß sie im Kontext der Französichen Revolution und der Preußischen Bildungsreform wechselseitig aufeinander bezogen wurden u.z. inhaltlich, organisatorisch und institutionell, wurden sie zu Kategorien.

Ergebnisse wurden in der „Europäischen Enzyklopädie zu Philosophie und Wissenschaften” veröffentlicht. Ein Lehr- und Arbeitsbuch für Studierende der Pädagogik ist in Vorbereitung.

 

Deutsch-Brasilianische Forschungsprojekte:

„Moderne Kunst, Lerntätigkeit und Expansives Lernen” (Arte Moderna, atividade de aprendizagem e aprendizagem expansiva) 1995 – 1997

In Form eines „Ausbildungsexperimentes” wurden in einer interkulturellen Fallstudie Bedingungen und Möglichkeiten der Entwicklung eines neuen Typs von Lernen untersucht, das als „expansives Lernen” nicht auf die Reproduktion von fertigem Wissen ausgerichtet ist, sondern stereotypisierte und fixierte Kontexte des Lernens auflöst und dabei neue sucht und entwickelt. Die Interkulturelle Studie wurde mit Kolleginnen und Kollegen der Staatlichen Universität von Santa Maria/RS durchgeführt.

Moderne Kunst und die Thematisierung von Subjektivität bei Jugendlichen (1998)

Interkulturelle Studie mit Jugendlichen der Gesamtschule in Siegen und Jugendlichen der escola municipal „Monte Christo” in Porto Alegre. Diese qualitative Studie wurde gemeinsam mit Pädagogen und Sozialpädagogen der Präfektur von Porto Alegre durchgeführt (vgl. Veröffentlichung Benites/Fichtner).

„Schreiben und Lesen bei Kindern und Jugendlichen als kulturelle Praxis – eine brasilianisch-deutsche Studie” (1997-1999)

Im Rahmen eines interkulturellen Vergleichs werden in einer qualitativen Studie über narrative Interviews die soziokulturellen Praktiken von Lektüre und Schrift von Kindern und Jugendlichen in Juiz de Fora/Brasil und Siegen zum Forschungsgegenstand gemacht. Die Methodologie bezieht sich auf das Paradigma der Kulturhistorischen Schule (Vygotskij u. Bachtin).

Das Internet als kulturelle Praxis bei brasilianischen und deutschen Jugendlichen (2000-2003)

Im Rahmen eines interkulturellen Vergleichs wird hier über narrative Interviews das Internet als kulturelle Praxis von Jugendlichen in Juiz de Fora/Brasil und Siegen zum Forschungsgegenstand gemacht. Die Methodologie bezieht sich auf das Paradigma der Kulturhistorischen Schule (Vygotskij u. Bachtin). Folgende Fragen strukturieren u.a. das Projekt: Verwenden Jugendliche in Juiz de Fora und Siegen Lesen u. Schreiben im Internet als ein Mittel, mit dem sie - wie beim traditionellen Lesen und Schreiben - ihre eigene Entwicklung organisieren? Wenn ja – wie realisieren sie dies und mit welchen kulturellen Unterschieden? Hat diese Praxis Aspekte einer Jugendkultur? Welche Funktionen hat diese kulturelle Praxis für Jugendliche im Kontext einer homogenisierten und globalisierten Weltkultur?

Orçamento Participativo - Escola Cidadã (2000 - 2001, gefördert von der Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Eine qualitative Evaluation der Auswirkungen eines innovativen Modells politischer Partizipation auf Konzepte, Strukturen und Ziele der „Schule des Citoyen” (Escola Cidadã) von Porto Alegre und eine Bewertung seiner Bedeutung für Nordrhein-Westfalen.

Im Mittelpunkt des Forschungsinteresses steht ein außergewöhnliches und international beachtetes Modell direkter Demokratie, das die Stadt Porto Alegre, Landeshauptstadt des Bundesstaates Rio Grande do Sul in Brasilien mit ungefähr drei Millionen Einwohnern, seit 1988 praktiziert. Im „Orçamento Participativo” sind die Bürger unmittelbar an den Entscheidungen des städtischen Haushalts beteiligt und gestalten so das Gemeinwesen mit.

Von Beginn an eng mit diesem politischen Partizipationsmodell verbunden war das pädagogisch-soziale Experiment der „Escola Cidadã” (Schule des Citoyen), das das Sekretariat für Erziehung und Bildung (SMED) der Stadt Porto Alegre zeitgleich initiierte. Zentrales Ziel von Erziehung und Bildung ist es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, die Verhältnisse, in denen sie leben, mitzugestalten und zu entwickeln. In einem Netz von neunzig öffentlichen Schulen des Gemeinwesens mit mehr als sechzigtausend Schülerinnen und Schülern wird das pädagogische und soziale Projekt mittlerweile umgesetzt.

In einer Pilot-Untersuchung, die als qualitative und partizipative Evaluation angelegt ist, soll die Wechselwirkung zwischen diesem Modell politischer Partizipation und den Institutionen der Erziehung und Bildung untersucht werden. Die Frage nach der Bedeutung des Modells für unsere Gesellschaft (’umgekehrte Entwicklungspolitik‘) im Rahmen politischer, pädagogischer und sozialpädagogischer Diskurse hat eine zentrale und den Forschungsprozess organisierende Funktion.

Ein Dialog zwischen drei „Dialog-Theorien” (Vygotskis, Bachtin, Freire) – einen interkulturelle und interdisziplinäre Studie zur Rezeption in Deutschland und Brasilien Prof. Wanderley Geraldi Universität Campinas – Prof. Dr. Bernd Fichtner Universität Siegen

Der ersten Teil wurde an der Universität Siegen im Zeitraum vom 15. Mai bis 30. Juni 2004 im Rahmen des Forschungsaufenthaltes von W. Geraldi an der Universität Siegen realisiert. Der zweite Teil 2006 an der Universität Campinas durchgeführt.

Es soll erstmalig versucht werden einen „Dialog” zwischen drei unterschiedlichen „Dialog-Theorien”, die sich mit dem Namen Vygotsky, Bakhtin und Freie verbinden, als Forschungsprojekt zu realisieren.

Dieser „Dialog” hat eine interdisziplinäre und eine interkulturelle Perspektive.

Im Blick der Linguistik und im Rahmen ihren spezifischen Methoden sollen die jeweiligen Dialog-Konzeption bei Vygotsky, Bachtin und Freire verglichen und aufeinanderbezogen werden. Im Blick der Erziehungswissenschaft sollen diese Positionen auf ihr Potential für Entwicklung und Lernen befragt werden. Dabei verstehen wir Lernen und Entwicklung als Prozesse, deren soziale Dimension erst in ihrem wechselseitigen Bezug deutlich wird. Interdisziplinarität heißt für uns auch die grundlegenden Begriffe und theoretischen Konzept der anderen Disziplin als Methode in der eigenen zu handhaben.

Den zu entwickelnden „Dialog” zwischen den drei Positionen verstehen wir als eine Analyse der ganz unterschiedlichen Rezeption dieser Positionen. Wir möchten dabei versuchen, in der Wissenschaftspraxis dieses Projektes ein neues Verständnis von Rezeption selbst zu entwickeln. Rezeption ist für uns nicht die Wirksamkeit des Wesens eines Werkes. Rezeption ist für uns auch nicht zu reduzieren auf die jeweiligen gesellschaftlich-historischen Kontexte, in denen ein Werk interpretiert wird.

Unsere Alternative: Jede Interpretation schreibt Neues in das gegebene Werk ein und bringt etwas davon Verschiedenes hervor. Die Art und Weise, wie wir Bachtin, Vygotskij und Feire rezipieren und interpretieren, findet ihren Grund in der Art und wie wir mit ihnen umgehen.

Von hier wind auch die interkulturelle Perspektive dieses Forschungsprojektes deutlich. Zwei unterschiedliche Kulturen, die brasilianische und die deutsche stellen für uns zwei unterschiedliche Arten und Weisen des Umgehens mit diesen Positionen dar. Dabei entsteht etwas von dem ursprünglichen Text verschiedenes, ein neuer Text.

 

 
 
 
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